Was sind ignatianische Exerzitien?


Eine Exerzitienteilenhmerin schreibt: Liebe Melanie, mir ist wieder unsere Frage eingefallen: Wie kann man Exerzitien ausschreiben, um Leuten, die skeptisch "allzu viel Frömmigkeit" befürchten, zu vermitteln, was an Exerzitien so richtig gut ist.

Für mich war der ausschlaggebende Punkt, Exerzitien einfach einmal zu probieren: Ich habe „vernünftige Leute“ kennen gelernt, die Exerzitien offenbar schätzen. Eine ähnliche Rückmeldung hat mir eine Freundin vor einigen Tagen gegeben: Sie hatte immer geglaubt, Exerzitien wären etwas für irgendwie Abgehobene, aber seit sie gesehen hat, dass ich das auch gemacht habe, und wie es auf mich gewirkt hat, möchte sie das auch einmal probieren...
Und dann bin ich gestern auf ein Stückchen „Exerzitienbuch“ gestoßen, in dem für mich ein sehr zentraler Punkt angesprochen wird. Dort heißt es: „Nicht das viele Wissen sättigt und befriedigt die Seele, sondern das Innerlich-die-Dinge-Verspüren-und-Schmecken". Das ist für mich eine Aussage, die Wichtiges klärt. Ich glaube nämlich, dass bei uns Exerzitien immer noch den Geruch haben, sehr verkopft zu sein und auf unpersönlichen Vorträgen zu basieren. Ich selber habe mich vor meinen ersten Exerzitien auch ein bisschen gefürchtet, dass dort ein enger, moralisierender, Leben beschränkender Katholizismus über mich hereinbricht. Für diesen Fall hatte ich mir vorgenommen, einfach schleunigst das Weite zu suchen. Doch es kam ganz anders …
Ich plane bereits meine nächsten Exerzitien und finde es schön, dass IMpulsLEBEN Erfahrungsräume dafür schafft! V.H.



Ein andere Erklärung, die vom Wort „Exerzitien“ ausgeht: Das Wort „Exerzitien“ kommt aus dem Lateinischen und bedeutet „Übungen“. Das althochdeutsche Wort „uoben“ bedeutet, etwas pflegen oder bebauen. Freundschaften brauchen Pflege, damit sie lebendig bleiben. Dies gilt auch für die Freundschaft mit Gott, mit Jesus Christus.
Ignatianische Exerzitien bieten einen Rahmen, um mit Gott in Beziehung zu sein und um zu wachsen in der Freundschaft mit sich und den Mitmenschen. Sie eignen sich für Menschen, die ihr Leben mit Gott (neu) ausrichten und vertiefen wollen, die Klärung in einer Entscheidungssituation suchen oder nach ihrem Platz in der Welt fragen.